{"id":6993,"date":"2011-11-21T14:00:24","date_gmt":"2011-11-21T13:00:24","guid":{"rendered":"http:\/\/museumek.eu\/?page_id=6993"},"modified":"2021-06-30T20:46:52","modified_gmt":"2021-06-30T18:46:52","slug":"fotos-und-beschreibung","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/museumek.eu\/?page_id=6993","title":{"rendered":"Fotos und Beschreibung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Abteilung Deutschland, Keramik 1860 \u2013 1960, Inventarnummer D\/XXVIII\/1<\/strong><\/p>\n<p>Siderolith- und Thonwaarenfabrik Jakob Uffrecht &#038; Co. und Nachf. Fa. Carstens-Uffrecht KG, Deutschland, Neuhaldensleben, vor 1900, Figur M\u00e4dchen auf Sockel, K\u00fcnstler Rudolf Uffrecht (attr.), Werksnummer 1194, Exemplar-Nr. ohne, Firmenmarke mit U &#038; C sowie in einem Oval Gesch\u00fctzt gepresst, 1194. geritzt, nicht signiert, Literatur: Ludwig Danckert, Handbuch des Europ\u00e4ischen Porzellans, 7. Auflage, Seite 469, dort kurze unvollst\u00e4ndige Beschreibung der Fabrik, weitere Literatur: Dieter Z\u00fchlsdorff, Markenlexikon, Porzellan und Keramik Report 1885 &#8211; 1935, Band 1, Seite 69, Werk-Teil 1., Gruppennummer des Werkteils 1., laufende Nummer innerhalb der Gruppe 1317 identische Marke (dort f\u00fcr die Zeit ab 1887, dort beschrieben: Pre\u00dfmarke f\u00fcr Siderolith) sowie Seite 573, Werk-Teil 3., laufende Nummer innerhalb des Werkteils 905, dort unvollst\u00e4ndige Beschreibung der Fabrik, Jakob Uffrecht, geb. 24.12.1817 in Ulm, gest. 19.01.1892 in Neuhaldensleben, stammte aus \u00e4rmsten Verh\u00e4ltnissen, er wurde als unehelicher Sohn der Waschfrau Antonie Mantz geboren, sein Vater ist Johann Daniel Uffrecht (geb. 28. M\u00e4rz 1788 in Ulm), \u00fcber den jedoch kaum etwas bekannt ist, Uffrecht begann sein Arbeitsleben als Siebenj\u00e4hriger in der Tabakfabrik der Gebr\u00fcder Wechsler und konnte nur stundenweise die Armenschule besuchen, ab 1829 absolvierte er eine Lehre als Dreher in einer Ulmer Porzellanfabrik und nahm dar\u00fcber hinaus Zeichenunterricht, durch Flei\u00df und k\u00fcnstlerisches Talent wurde er Modelleur, 1833 begab er sich auf Wanderschaft, zum Ende des Jahres fand er Anstellung in der Porzellanfabrik von Johann Gottlob Nathusius in Althaldensleben,  am 20. Mai 1840 heiratet Jakob Uffrecht Elisabeth Perlitz, die Tochter von Christoph Perlitz, einem Leinewebemeister und Dorfmusikanten aus Hundisburg, Elisabeth ist am selben Tag und im selben Jahr geboren wie Jakob, am 24. Dezember 1817, sie stirbt am 23. M\u00e4rz 1896 in Neuhaldensleben an Lungenentz\u00fcndung, Jakob und Elisabeth haben zusammen insgesamt 12 Kinder, von denen 3 bereits als S\u00e4uglinge sterben, ein weiterer Sohn stirbt 1865 mit nur 13 Jahren, im Oktober 1843 siedelte Uffrecht nach Buckau bei Magdeburg \u00fcber und trat in die dortige Porzellanfabrik ein, bereits im Mai 1845 gr\u00fcndete er mit zwei Kollegen aus der Buckauer Fabrik und zwei weiteren Gesellschaftern in Althaldensleben eine winzige Thonwaarenfabrik an der Hinzenbergstra\u00dfe, Firmierung Siderolith und Thonwaarenfabrik Jakob Uffrecht &#038; Co., am 1. Mai 1855 l\u00e4sst sich Jakob auszahlen und kauft im benachbarten Neuhaldensleben ganz nahe an der Stadt einen Garten, in dem er ein Wohn- und Fabrikgeb\u00e4ude baut, den Firmennamen J. Uffrecht &#038; Co. nimmt er mit, dieser bleibt bis etwa 1923 bestehen, als die Firma mit der Carstens KG zusammen geht, die Fabrik stellte vorwiegend fig\u00fcrliche Zierkeramik aus Siderolith her, die sich bald einen international hervorragenden Ruf verschaffte, schon seit Ende der 1830&#8217;ziger Jahre hatte Uffrecht besonderen Wert auf die Entwicklung eigener Modelle gelegt und war sp\u00e4terhin wesentlich am Zustandekommen von Musterschutzgesetzen f\u00fcr diese Branche beteiligt, er zog begabte K\u00fcnstler nach Neuhaldensleben, von denen sich sp\u00e4ter einige in der Stadt selbst\u00e4ndig machten, zum Beispiel Anton M\u00f6ller, seit Anfang der 1860\u2018 ziger Jahre war auch sein Sohn Rudolf Uffrecht als Modelleur im v\u00e4terlichen Gesch\u00e4ft t\u00e4tig, dessen Arbeiten auf Kunstgewerbeausstellungen mehrfach Preise erhielten, um 1880 ging die Fabrik dazu \u00fcber, Steingut-Gebrauchsgeschirr von besonderer H\u00e4rte, dem sogenannten \u201cSteinzeug\u201d, nach dem Vorbild Friedrich Schmelzers zu fertigen, 1884 wurde das Unternehmen um eine neuerrichtete Steingutfabrik erweitert und besch\u00e4ftigte 1895 durchschnittlich 140 Arbeiter, neben seiner beruflichen T\u00e4tigkeit wirkte Uffrecht langj\u00e4hrig als Stadtverordneter und Stadtverordnetenvorsteher und gr\u00fcndete neben einer vom Magistrat angeordneten betrieblichen Kranken- und Unterst\u00fctzungskasse (1858) auch eine Betriebssparkasse f\u00fcr die Arbeiter seiner Fabrik, zudem f\u00f6rderte er den Bau von preiswerten Betriebswohnungen, 1872 stellte er Kapitalien zur Gr\u00fcndung eines \u00f6rtlichen Konsumvereins zur Verf\u00fcgung und geh\u00f6rte zu den F\u00f6rderern des Eisenbahnbaus in Neuhaldensleben, 1886 zog sich Jacob Uffrecht aus dem Gesch\u00e4ftsbetrieb zur\u00fcck und seine S\u00f6hne Heinrich Uffrecht (1842 &#8211; 1919), Hermann Uffrecht (1843 &#8211; 1892) und Jacob Uffrecht (1847 &#8211; 1911) \u00fcbernahmen die Fabrik, hergestellt wurde ein umfangreiches Sortiment an Haushaltsgeschirr f\u00fcr den t\u00e4glichen Gebrauch und Gebrauchsartikel f\u00fcr den Sanit\u00e4rbereich, erst nach der Jahrhundertwende versuchte man nicht ohne Erfolg wieder mehr Erzeugnisse mit einer besonderen k\u00fcnstlerischen Note anzubieten, dabei profitierte man auch von den Arbeiten eines Sohnes von Heinrich Uffrecht, n\u00e4mlich Theodor Heinrich (1878 &#8211; 1954), der in jungen Jahren in allen Fertigungsabschnitten den Fabrikationsablauf lernte, ehe er Kunst studierte und sp\u00e4ter als freischaffender K\u00fcnstler in Haldensleben wirkte, sein \u00e4lterer Bruder Martin Uffrecht (1874 &#8211; 1934) trat 1906 als Prokurist in die Firma ein und wurde 1910 alleiniger Inhaber, in diese Zeit f\u00e4llt ein Gro\u00dfbrand, der wesentliche Teile der Fabrik zerst\u00f6rt, mit dem sofortigen Wiederaufbau wird begonnen, mit Beginn des 1. Weltkrieges versch\u00e4rfte sich die personelle und wirtschaftliche Situation, auch die Verf\u00fcgbarkeit qualitativer Rohstoffe sowie die Bedarfslage wirkten sich negativ aus, daher wurde seit 1925 fast ausschlie\u00dflich Kunstkeramik nach alter Tradition gefertigt, bereits 1924 hatte die wirtschaftliche Situation, unterst\u00fctzt durch inflation\u00e4re Entwicklungen zu einer Verpachtung an die Firma Carstens und zur \u00c4nderung der Firmierung in Steingutfabrik Carstens-Uffrecht gef\u00fchrt, nach dem Tod von Martin Uffrecht im Jahre 1934 ging die Fabrik Fa. Carstens &#8211; Uffrecht KG ein und firmierte auch so, 1948 wurden alle 3 sich in Haldensleben befindlichen Werke der Carstens &#8211; Uffrecht KG in Volkseigentum \u00fcberf\u00fchrt, damit verschwand der Name Uffrecht aus der Firmenbezeichnung, ein erfolgreiches Familienunternehmen war zu Ende gegangen, bis 1976 wurde im ehemaligen Betrieb in der Hagenstra\u00dfe noch Zier- und Haushaltskeramik hergestellt, MEK Anmerkung zu Jakob Uffrechts \u00e4ltestem Sohn: Uffrecht, Rudolf August Heinrich Matthias, geb. 09.07.1840 Althaldensleben, gest. 13.11.1906 Berlin, Bildhauer, Maler, Kunsthandwerker, der \u00e4lteste Sohn des Keramikfabrikanten Jakob Uffrecht, entwickelte fr\u00fchzeitig k\u00fcnstlerische Ambitionen und studierte ab 1855 an der Berliner Akademie der K\u00fcnste bei dem mit seinem Vater befreundeten Bildhauer Bernhard Afinger, einem Sch\u00fcler Christian Daniel Rauchs, Rudolf konnte auf Vermittlung Afingers, in dessen Berliner Haus er wohnte, noch 1857 Unterricht im Aktsaal bei Rauch nehmen, 1860, 1861 und 1862 errang er mit hervorragenden Leistungen jeweils den ersten Preis in der Modellier- und Kompositionsklasse und wurde auf ein Zeugnis des akademischen Senats hin vom Milit\u00e4rdienst befreit, schon fr\u00fch begann er f\u00fcr die v\u00e4terliche Terrakottenfabrik fig\u00fcrliche Darstellungen zu modellieren, f\u00fcr die er auf Kunstgewerbeausstellungen f\u00fcr industrielle Keramik mehrere Preise erhielt, 1865 lie\u00df er sich nach einer ausgedehnten Deutschland-Reise wieder in Althaldensleben nieder, um im Unternehmen seines Vaters t\u00e4tig zu werden, zahlreiche Entw\u00fcrfe f\u00fcr industrielle Keramik entstanden in dieser Zeit, 1869 war er zwischenzeitlich als Mitarbeiter Gustav Blaesers wieder in Berlin t\u00e4tig, ab 1873 schlossen sich erneut gr\u00f6\u00dfere Reisen zur Weltausstellung nach Wien, durch Deutschland, Griechenland, Italien und die Schweiz an, 1878 besuchte er Paris und nahm 1881 nach einer Rundreise durch die Lombardei, Umbrien, Kalabrien und Sizilien seinen Wohnsitz dauerhaft in Rom, dort betrieb er ein eigenes Atelier in der N\u00e4he des Monte Pincio und geh\u00f6rte seit 1885 dem Deutschen K\u00fcnstlerverein, einem Zusammenschluss deutscher K\u00fcnstler in Rom, an, 1891 siedelte er dauerhaft nach Florenz \u00fcber, 1895 kehrte er nach Deutschland zur\u00fcck und nahm seinen Wohnsitz zun\u00e4chst in M\u00fcnchen, ab 1897 lebte und arbeitete er wieder in Berlin, seine Werke, insbesondere seine Terrakottenskulpturen von K\u00fcnstlern, Dichtern, Musikern und Politikern (u. a. Otto von Bismarck, Helmuth Graf von Moltke) sowie allegorischen Figuren und Genregruppen, \u00fcberzeugten die zeitgen\u00f6ssische Kritik durch Nat\u00fcrlichkeit der Formgebung, vollendete Ausf\u00fchrung und gef\u00e4llige Harmonie, Rudolf Uffrecht war sp\u00e4ter auch als Kopist alter Meisterwerke t\u00e4tig und versuchte sich als Schriftsteller, Dichter, \u00dcbersetzer und Literaturhistoriker,<br \/>\nH\u00f6he 27 cm, Breite 10 cm<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/museumek.eu\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Museum-Europ\u00e4ischer-Keramikkunst-1374.jpg\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/museumek.eu\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Museum-Europ\u00e4ischer-Keramikkunst-1374-116x300.jpg\" alt=\"\" title=\"Museum Europ\u00e4ischer Keramikkunst 1374\" width=\"116\" height=\"300\" class=\"alignnone size-medium wp-image-6986\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/museumek.eu\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Museum-Europ\u00e4ischer-Keramikkunst-1377.jpg\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/museumek.eu\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Museum-Europ\u00e4ischer-Keramikkunst-1377-300x297.jpg\" alt=\"\" title=\"Museum Europ\u00e4ischer Keramikkunst 1377\" width=\"300\" height=\"297\" class=\"alignnone size-medium wp-image-6987\" srcset=\"http:\/\/museumek.eu\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Museum-Europ\u00e4ischer-Keramikkunst-1377-300x297.jpg 300w, http:\/\/museumek.eu\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Museum-Europ\u00e4ischer-Keramikkunst-1377-150x150.jpg 150w, http:\/\/museumek.eu\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Museum-Europ\u00e4ischer-Keramikkunst-1377-302x300.jpg 302w, http:\/\/museumek.eu\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Museum-Europ\u00e4ischer-Keramikkunst-1377.jpg 428w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Abteilung Deutschland, Keramik 1860 \u2013 1960, Inventarnummer D\/XXVIII\/2<\/strong><\/p>\n<p>Siderolith- und Thonwaarenfabrik Jakob Uffrecht &#038; Co. und Nachf. Fa. Carstens-Uffrecht KG, Deutschland, Neuhaldensleben, vor 1900, gro\u00dfer Wandteller Kopf eines Mannes, K\u00fcnstler Rudolf Uffrecht (attr.), Werks.-Nr. 838, Exemplar-Nr. ohne, Firmenmarke mit U &#038; C sowie 838 gepresst, nicht signiert, Literatur: Ludwig Danckert, Handbuch des Europ\u00e4ischen Porzellans, 7. Auflage, Seite 469, dort kurze unvollst\u00e4ndige Beschreibung der Fabrik, weitere Literatur: Dieter Z\u00fchlsdorff, Markenlexikon, Porzellan und Keramik Report 1885 &#8211; 1935, Band 1, Seite 69, Werk-Teil 1., Gruppennummer des Werkteils 1., laufende Nummer innerhalb der Gruppe 1317 identische Marke (dort f\u00fcr die Zeit ab 1887, dort beschrieben: Pre\u00dfmarke f\u00fcr Siderolith) sowie Seite 573, Werk-Teil 3., laufende Nummer innerhalb des Werkteils 905, dort unvollst\u00e4ndige Beschreibung der Fabrik, Jakob Uffrecht, geb. 24.12.1817 in Ulm, gest. 19.01.1892 in Neuhaldensleben, stammte aus \u00e4rmsten Verh\u00e4ltnissen, er wurde als unehelicher Sohn der Waschfrau Antonie Mantz geboren, sein Vater ist Johann Daniel Uffrecht (geb. 28. M\u00e4rz 1788 in Ulm), \u00fcber den jedoch kaum etwas bekannt ist, Uffrecht begann sein Arbeitsleben als Siebenj\u00e4hriger in der Tabakfabrik der Gebr\u00fcder Wechsler und konnte nur stundenweise die Armenschule besuchen, ab 1829 absolvierte er eine Lehre als Dreher in einer Ulmer Porzellanfabrik und nahm dar\u00fcber hinaus Zeichenunterricht, durch Flei\u00df und k\u00fcnstlerisches Talent wurde er Modelleur, 1833 begab er sich auf Wanderschaft, zum Ende des Jahres fand er Anstellung in der Porzellanfabrik von Johann Gottlob Nathusius in Althaldensleben,  am 20. Mai 1840 heiratet Jakob Uffrecht Elisabeth Perlitz, die Tochter von Christoph Perlitz, einem Leinewebemeister und Dorfmusikanten aus Hundisburg, Elisabeth ist am selben Tag und im selben Jahr geboren wie Jakob, am 24. Dezember 1817, sie stirbt am 23. M\u00e4rz 1896 in Neuhaldensleben an Lungenentz\u00fcndung, Jakob und Elisabeth haben zusammen insgesamt 12 Kinder, von denen 3 bereits als S\u00e4uglinge sterben, ein weiterer Sohn stirbt 1865 mit nur 13 Jahren, im Oktober 1843 siedelte Uffrecht nach Buckau bei Magdeburg \u00fcber und trat in die dortige Porzellanfabrik ein, bereits im Mai 1845 gr\u00fcndete er mit zwei Kollegen aus der Buckauer Fabrik und zwei weiteren Gesellschaftern in Althaldensleben eine winzige Thonwaarenfabrik an der Hinzenbergstra\u00dfe, Firmierung Siderolith und Thonwaarenfabrik Jakob Uffrecht &#038; Co., am 1. Mai 1855 l\u00e4sst sich Jakob auszahlen und kauft im benachbarten Neuhaldensleben ganz nahe an der Stadt einen Garten, in dem er ein Wohn- und Fabrikgeb\u00e4ude baut, den Firmennamen J. Uffrecht &#038; Co. nimmt er mit, dieser bleibt bis etwa 1923 bestehen, als die Firma mit der Carstens KG zusammen geht, die Fabrik stellte vorwiegend fig\u00fcrliche Zierkeramik aus Siderolith her, die sich bald einen international hervorragenden Ruf verschaffte, schon seit Ende der 1830&#8217;ziger Jahre hatte Uffrecht besonderen Wert auf die Entwicklung eigener Modelle gelegt und war sp\u00e4terhin wesentlich am Zustandekommen von Musterschutzgesetzen f\u00fcr diese Branche beteiligt, er zog begabte K\u00fcnstler nach Neuhaldensleben, von denen sich sp\u00e4ter einige in der Stadt selbst\u00e4ndig machten, zum Beispiel Anton M\u00f6ller, seit Anfang der 1860\u2018 ziger Jahre war auch sein Sohn Rudolf Uffrecht als Modelleur im v\u00e4terlichen Gesch\u00e4ft t\u00e4tig, dessen Arbeiten auf Kunstgewerbeausstellungen mehrfach Preise erhielten, um 1880 ging die Fabrik dazu \u00fcber, Steingut-Gebrauchsgeschirr von besonderer H\u00e4rte, dem sogenannten \u201cSteinzeug\u201d, nach dem Vorbild Friedrich Schmelzers zu fertigen, 1884 wurde das Unternehmen um eine neuerrichtete Steingutfabrik erweitert und besch\u00e4ftigte 1895 durchschnittlich 140 Arbeiter, neben seiner beruflichen T\u00e4tigkeit wirkte Uffrecht langj\u00e4hrig als Stadtverordneter und Stadtverordnetenvorsteher und gr\u00fcndete neben einer vom Magistrat angeordneten betrieblichen Kranken- und Unterst\u00fctzungskasse (1858) auch eine Betriebssparkasse f\u00fcr die Arbeiter seiner Fabrik, zudem f\u00f6rderte er den Bau von preiswerten Betriebswohnungen, 1872 stellte er Kapitalien zur Gr\u00fcndung eines \u00f6rtlichen Konsumvereins zur Verf\u00fcgung und geh\u00f6rte zu den F\u00f6rderern des Eisenbahnbaus in Neuhaldensleben, 1886 zog sich Jacob Uffrecht aus dem Gesch\u00e4ftsbetrieb zur\u00fcck und seine S\u00f6hne Heinrich Uffrecht (1842 &#8211; 1919), Hermann Uffrecht (1843 &#8211; 1892) und Jacob Uffrecht (1847 &#8211; 1911) \u00fcbernahmen die Fabrik, hergestellt wurde ein umfangreiches Sortiment an Haushaltsgeschirr f\u00fcr den t\u00e4glichen Gebrauch und Gebrauchsartikel f\u00fcr den Sanit\u00e4rbereich, erst nach der Jahrhundertwende versuchte man nicht ohne Erfolg wieder mehr Erzeugnisse mit einer besonderen k\u00fcnstlerischen Note anzubieten, dabei profitierte man auch von den Arbeiten eines Sohnes von Heinrich Uffrecht, n\u00e4mlich Theodor Heinrich (1878 &#8211; 1954), der in jungen Jahren in allen Fertigungsabschnitten den Fabrikationsablauf lernte, ehe er Kunst studierte und sp\u00e4ter als freischaffender K\u00fcnstler in Haldensleben wirkte, sein \u00e4lterer Bruder Martin Uffrecht (1874 &#8211; 1934) trat 1906 als Prokurist in die Firma ein und wurde 1910 alleiniger Inhaber, in diese Zeit f\u00e4llt ein Gro\u00dfbrand, der wesentliche Teile der Fabrik zerst\u00f6rt, mit dem sofortigen Wiederaufbau wird begonnen, mit Beginn des 1. Weltkrieges versch\u00e4rfte sich die personelle und wirtschaftliche Situation, auch die Verf\u00fcgbarkeit qualitativer Rohstoffe sowie die Bedarfslage wirkten sich negativ aus, daher wurde seit 1925 fast ausschlie\u00dflich Kunstkeramik nach alter Tradition gefertigt, bereits 1924 hatte die wirtschaftliche Situation, unterst\u00fctzt durch inflation\u00e4re Entwicklungen zu einer Verpachtung an die Firma Carstens und zur \u00c4nderung der Firmierung in Steingutfabrik Carstens-Uffrecht gef\u00fchrt, nach dem Tod von Martin Uffrecht im Jahre 1934 ging die Fabrik Fa. Carstens &#8211; Uffrecht KG ein und firmierte auch so, 1948 wurden alle 3 sich in Haldensleben befindlichen Werke der Carstens &#8211; Uffrecht KG in Volkseigentum \u00fcberf\u00fchrt, damit verschwand der Name Uffrecht aus der Firmenbezeichnung, ein erfolgreiches Familienunternehmen war zu Ende gegangen, bis 1976 wurde im ehemaligen Betrieb in der Hagenstra\u00dfe noch Zier- und Haushaltskeramik hergestellt, MEK Anmerkung zu Jakob Uffrechts \u00e4ltestem Sohn: Uffrecht, Rudolf August Heinrich Matthias, geb. 09.07.1840 Althaldensleben, gest. 13.11.1906 Berlin, Bildhauer, Maler, Kunsthandwerker, der \u00e4lteste Sohn des Keramikfabrikanten Jakob Uffrecht, entwickelte fr\u00fchzeitig k\u00fcnstlerische Ambitionen und studierte ab 1855 an der Berliner Akademie der K\u00fcnste bei dem mit seinem Vater befreundeten Bildhauer Bernhard Afinger, einem Sch\u00fcler Christian Daniel Rauchs, Rudolf konnte auf Vermittlung Afingers, in dessen Berliner Haus er wohnte, noch 1857 Unterricht im Aktsaal bei Rauch nehmen, 1860, 1861 und 1862 errang er mit hervorragenden Leistungen jeweils den ersten Preis in der Modellier- und Kompositionsklasse und wurde auf ein Zeugnis des akademischen Senats hin vom Milit\u00e4rdienst befreit, schon fr\u00fch begann er f\u00fcr die v\u00e4terliche Terrakottenfabrik fig\u00fcrliche Darstellungen zu modellieren, f\u00fcr die er auf Kunstgewerbeausstellungen f\u00fcr industrielle Keramik mehrere Preise erhielt, 1865 lie\u00df er sich nach einer ausgedehnten Deutschland-Reise wieder in Althaldensleben nieder, um im Unternehmen seines Vaters t\u00e4tig zu werden, zahlreiche Entw\u00fcrfe f\u00fcr industrielle Keramik entstanden in dieser Zeit, 1869 war er zwischenzeitlich als Mitarbeiter Gustav Blaesers wieder in Berlin t\u00e4tig, ab 1873 schlossen sich erneut gr\u00f6\u00dfere Reisen zur Weltausstellung nach Wien, durch Deutschland, Griechenland, Italien und die Schweiz an, 1878 besuchte er Paris und nahm 1881 nach einer Rundreise durch die Lombardei, Umbrien, Kalabrien und Sizilien seinen Wohnsitz dauerhaft in Rom, dort betrieb er ein eigenes Atelier in der N\u00e4he des Monte Pincio und geh\u00f6rte seit 1885 dem Deutschen K\u00fcnstlerverein, einem Zusammenschluss deutscher K\u00fcnstler in Rom, an, 1891 siedelte er dauerhaft nach Florenz \u00fcber, 1895 kehrte er nach Deutschland zur\u00fcck und nahm seinen Wohnsitz zun\u00e4chst in M\u00fcnchen, ab 1897 lebte und arbeitete er wieder in Berlin, seine Werke, insbesondere seine Terrakottenskulpturen von K\u00fcnstlern, Dichtern, Musikern und Politikern (u. a. Otto von Bismarck, Helmuth Graf von Moltke) sowie allegorischen Figuren und Genregruppen, \u00fcberzeugten die zeitgen\u00f6ssische Kritik durch Nat\u00fcrlichkeit der Formgebung, vollendete Ausf\u00fchrung und gef\u00e4llige Harmonie, Rudolf Uffrecht war sp\u00e4ter auch als Kopist alter Meisterwerke t\u00e4tig und versuchte sich als Schriftsteller, Dichter, \u00dcbersetzer und Literaturhistoriker, Durchmesser 34,5 cm<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/museumek.eu\/?attachment_id=57940\" rel=\"attachment wp-att-57940\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/museumek.eu\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Uffrecht-gro\u00dfer-Wandzierteller-1-300x300.jpg\" alt=\"\" title=\"Uffrecht gro\u00dfer Wandzierteller 1\" width=\"300\" height=\"300\" class=\"alignnone size-medium wp-image-57940\" srcset=\"http:\/\/museumek.eu\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Uffrecht-gro\u00dfer-Wandzierteller-1-300x300.jpg 300w, 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\/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/museumek.eu\/?attachment_id=57942\" rel=\"attachment wp-att-57942\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/museumek.eu\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Uffrecht-gro\u00dfer-Wandzierteller-3-255x300.jpg\" alt=\"\" title=\"Uffrecht gro\u00dfer Wandzierteller 3\" width=\"255\" height=\"300\" class=\"alignnone size-medium wp-image-57942\" srcset=\"http:\/\/museumek.eu\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Uffrecht-gro\u00dfer-Wandzierteller-3-255x300.jpg 255w, http:\/\/museumek.eu\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Uffrecht-gro\u00dfer-Wandzierteller-3-127x150.jpg 127w, http:\/\/museumek.eu\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Uffrecht-gro\u00dfer-Wandzierteller-3.jpg 480w\" sizes=\"(max-width: 255px) 100vw, 255px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/museumek.eu\/?attachment_id=57943\" rel=\"attachment wp-att-57943\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/museumek.eu\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Uffrecht-gro\u00dfer-Wandzierteller-4-300x293.jpg\" alt=\"\" title=\"Uffrecht gro\u00dfer Wandzierteller 4\" width=\"300\" height=\"293\" class=\"alignnone size-medium wp-image-57943\" srcset=\"http:\/\/museumek.eu\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Uffrecht-gro\u00dfer-Wandzierteller-4-300x293.jpg 300w, http:\/\/museumek.eu\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Uffrecht-gro\u00dfer-Wandzierteller-4-150x146.jpg 150w, http:\/\/museumek.eu\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Uffrecht-gro\u00dfer-Wandzierteller-4-306x300.jpg 306w, http:\/\/museumek.eu\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Uffrecht-gro\u00dfer-Wandzierteller-4.jpg 490w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/museumek.eu\/?attachment_id=57944\" rel=\"attachment wp-att-57944\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/museumek.eu\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Uffrecht-gro\u00dfer-Wandzierteller-5-221x300.jpg\" alt=\"\" title=\"Uffrecht gro\u00dfer Wandzierteller 5\" width=\"221\" height=\"300\" class=\"alignnone size-medium wp-image-57944\" srcset=\"http:\/\/museumek.eu\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Uffrecht-gro\u00dfer-Wandzierteller-5-221x300.jpg 221w, http:\/\/museumek.eu\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Uffrecht-gro\u00dfer-Wandzierteller-5-110x150.jpg 110w, http:\/\/museumek.eu\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Uffrecht-gro\u00dfer-Wandzierteller-5.jpg 473w\" sizes=\"(max-width: 221px) 100vw, 221px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/museumek.eu\/?attachment_id=57945\" rel=\"attachment wp-att-57945\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/museumek.eu\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Uffrecht-gro\u00dfer-Wandzierteller-6-300x196.jpg\" alt=\"\" title=\"Uffrecht gro\u00dfer Wandzierteller 6\" width=\"300\" height=\"196\" class=\"alignnone size-medium wp-image-57945\" srcset=\"http:\/\/museumek.eu\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Uffrecht-gro\u00dfer-Wandzierteller-6-300x196.jpg 300w, http:\/\/museumek.eu\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Uffrecht-gro\u00dfer-Wandzierteller-6-150x98.jpg 150w, 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http:\/\/museumek.eu\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Uffrecht-gro\u00dfer-Wandzierteller-7.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Abteilung Deutschland, Keramik 1860 \u2013 1960, Inventarnummer D\/XXVIII\/3<\/strong><\/p>\n<p>Siderolith- und Thonwaarenfabrik Jakob Uffrecht &#038; Co. und Nachf. Fa. Carstens-Uffrecht KG, Deutschland, Neuhaldensleben, vor 1900, Figur Dudelsackspieler auf Sockel, K\u00fcnstler Rudolf Uffrecht (attr.), Werks.-Nr. 1189, Exemplar-Nr. ohne, Firmenmarke mit U &#038; C, 1189 sowie in einem Oval Gesch\u00fctzt gepresst, nicht signiert, Literatur: Ludwig Danckert, Handbuch des Europ\u00e4ischen Porzellans, 7. Auflage, Seite 469, dort kurze unvollst\u00e4ndige Beschreibung der Fabrik, weitere Literatur: Dieter Z\u00fchlsdorff, Markenlexikon, Porzellan und Keramik Report 1885 &#8211; 1935, Band 1, Seite 69, Werk-Teil 1., Gruppennummer des Werkteils 1., laufende Nummer innerhalb der Gruppe 1317 identische Marke (dort f\u00fcr die Zeit ab 1887, dort beschrieben: Pre\u00dfmarke f\u00fcr Siderolith) sowie Seite 573, Werk-Teil 3., laufende Nummer innerhalb des Werkteils 905, dort unvollst\u00e4ndige Beschreibung der Fabrik, Jakob Uffrecht, geb. 24.12.1817 in Ulm, gest. 19.01.1892 in Neuhaldensleben, stammte aus \u00e4rmsten Verh\u00e4ltnissen, er wurde als unehelicher Sohn der Waschfrau Antonie Mantz geboren, sein Vater ist Johann Daniel Uffrecht (geb. 28. M\u00e4rz 1788 in Ulm), \u00fcber den jedoch kaum etwas bekannt ist, Uffrecht begann sein Arbeitsleben als Siebenj\u00e4hriger in der Tabakfabrik der Gebr\u00fcder Wechsler und konnte nur stundenweise die Armenschule besuchen, ab 1829 absolvierte er eine Lehre als Dreher in einer Ulmer Porzellanfabrik und nahm dar\u00fcber hinaus Zeichenunterricht, durch Flei\u00df und k\u00fcnstlerisches Talent wurde er Modelleur, 1833 begab er sich auf Wanderschaft, zum Ende des Jahres fand er Anstellung in der Porzellanfabrik von Johann Gottlob Nathusius in Althaldensleben,  am 20. Mai 1840 heiratet Jakob Uffrecht Elisabeth Perlitz, die Tochter von Christoph Perlitz, einem Leinewebemeister und Dorfmusikanten aus Hundisburg, Elisabeth ist am selben Tag und im selben Jahr geboren wie Jakob, am 24. Dezember 1817, sie stirbt am 23. M\u00e4rz 1896 in Neuhaldensleben an Lungenentz\u00fcndung, Jakob und Elisabeth haben zusammen insgesamt 12 Kinder, von denen 3 bereits als S\u00e4uglinge sterben, ein weiterer Sohn stirbt 1865 mit nur 13 Jahren, im Oktober 1843 siedelte Uffrecht nach Buckau bei Magdeburg \u00fcber und trat in die dortige Porzellanfabrik ein, bereits im Mai 1845 gr\u00fcndete er mit zwei Kollegen aus der Buckauer Fabrik und zwei weiteren Gesellschaftern in Althaldensleben eine winzige Thonwaarenfabrik an der Hinzenbergstra\u00dfe, Firmierung Siderolith und Thonwaarenfabrik Jakob Uffrecht &#038; Co., am 1. Mai 1855 l\u00e4sst sich Jakob auszahlen und kauft im benachbarten Neuhaldensleben ganz nahe an der Stadt einen Garten, in dem er ein Wohn- und Fabrikgeb\u00e4ude baut, den Firmennamen J. Uffrecht &#038; Co. nimmt er mit, dieser bleibt bis etwa 1923 bestehen, als die Firma mit der Carstens KG zusammen geht, die Fabrik stellte vorwiegend fig\u00fcrliche Zierkeramik aus Siderolith her, die sich bald einen international hervorragenden Ruf verschaffte, schon seit Ende der 1830&#8217;ziger Jahre hatte Uffrecht besonderen Wert auf die Entwicklung eigener Modelle gelegt und war sp\u00e4terhin wesentlich am Zustandekommen von Musterschutzgesetzen f\u00fcr diese Branche beteiligt, er zog begabte K\u00fcnstler nach Neuhaldensleben, von denen sich sp\u00e4ter einige in der Stadt selbst\u00e4ndig machten, zum Beispiel Anton M\u00f6ller, seit Anfang der 1860\u2018 ziger Jahre war auch sein Sohn Rudolf Uffrecht als Modelleur im v\u00e4terlichen Gesch\u00e4ft t\u00e4tig, dessen Arbeiten auf Kunstgewerbeausstellungen mehrfach Preise erhielten, um 1880 ging die Fabrik dazu \u00fcber, Steingut-Gebrauchsgeschirr von besonderer H\u00e4rte, dem sogenannten \u201cSteinzeug\u201d, nach dem Vorbild Friedrich Schmelzers zu fertigen, 1884 wurde das Unternehmen um eine neuerrichtete Steingutfabrik erweitert und besch\u00e4ftigte 1895 durchschnittlich 140 Arbeiter, neben seiner beruflichen T\u00e4tigkeit wirkte Uffrecht langj\u00e4hrig als Stadtverordneter und Stadtverordnetenvorsteher und gr\u00fcndete neben einer vom Magistrat angeordneten betrieblichen Kranken- und Unterst\u00fctzungskasse (1858) auch eine Betriebssparkasse f\u00fcr die Arbeiter seiner Fabrik, zudem f\u00f6rderte er den Bau von preiswerten Betriebswohnungen, 1872 stellte er Kapitalien zur Gr\u00fcndung eines \u00f6rtlichen Konsumvereins zur Verf\u00fcgung und geh\u00f6rte zu den F\u00f6rderern des Eisenbahnbaus in Neuhaldensleben, 1886 zog sich Jacob Uffrecht aus dem Gesch\u00e4ftsbetrieb zur\u00fcck und seine S\u00f6hne Heinrich Uffrecht (1842 &#8211; 1919), Hermann Uffrecht (1843 &#8211; 1892) und Jacob Uffrecht (1847 &#8211; 1911) \u00fcbernahmen die Fabrik, hergestellt wurde ein umfangreiches Sortiment an Haushaltsgeschirr f\u00fcr den t\u00e4glichen Gebrauch und Gebrauchsartikel f\u00fcr den Sanit\u00e4rbereich, erst nach der Jahrhundertwende versuchte man nicht ohne Erfolg wieder mehr Erzeugnisse mit einer besonderen k\u00fcnstlerischen Note anzubieten, dabei profitierte man auch von den Arbeiten eines Sohnes von Heinrich Uffrecht, n\u00e4mlich Theodor Heinrich (1878 &#8211; 1954), der in jungen Jahren in allen Fertigungsabschnitten den Fabrikationsablauf lernte, ehe er Kunst studierte und sp\u00e4ter als freischaffender K\u00fcnstler in Haldensleben wirkte, sein \u00e4lterer Bruder Martin Uffrecht (1874 &#8211; 1934) trat 1906 als Prokurist in die Firma ein und wurde 1910 alleiniger Inhaber, in diese Zeit f\u00e4llt ein Gro\u00dfbrand, der wesentliche Teile der Fabrik zerst\u00f6rt, mit dem sofortigen Wiederaufbau wird begonnen, mit Beginn des 1. Weltkrieges versch\u00e4rfte sich die personelle und wirtschaftliche Situation, auch die Verf\u00fcgbarkeit qualitativer Rohstoffe sowie die Bedarfslage wirkten sich negativ aus, daher wurde seit 1925 fast ausschlie\u00dflich Kunstkeramik nach alter Tradition gefertigt, bereits 1924 hatte die wirtschaftliche Situation, unterst\u00fctzt durch inflation\u00e4re Entwicklungen zu einer Verpachtung an die Firma Carstens und zur \u00c4nderung der Firmierung in Steingutfabrik Carstens-Uffrecht gef\u00fchrt, nach dem Tod von Martin Uffrecht im Jahre 1934 ging die Fabrik Fa. Carstens &#8211; Uffrecht KG ein und firmierte auch so, 1948 wurden alle 3 sich in Haldensleben befindlichen Werke der Carstens &#8211; Uffrecht KG in Volkseigentum \u00fcberf\u00fchrt, damit verschwand der Name Uffrecht aus der Firmenbezeichnung, ein erfolgreiches Familienunternehmen war zu Ende gegangen, bis 1976 wurde im ehemaligen Betrieb in der Hagenstra\u00dfe noch Zier- und Haushaltskeramik hergestellt, MEK Anmerkung zu Jakob Uffrechts \u00e4ltestem Sohn: Uffrecht, Rudolf August Heinrich Matthias, geb. 09.07.1840 Althaldensleben, gest. 13.11.1906 Berlin, Bildhauer, Maler, Kunsthandwerker, der \u00e4lteste Sohn des Keramikfabrikanten Jakob Uffrecht, entwickelte fr\u00fchzeitig k\u00fcnstlerische Ambitionen und studierte ab 1855 an der Berliner Akademie der K\u00fcnste bei dem mit seinem Vater befreundeten Bildhauer Bernhard Afinger, einem Sch\u00fcler Christian Daniel Rauchs, Rudolf konnte auf Vermittlung Afingers, in dessen Berliner Haus er wohnte, noch 1857 Unterricht im Aktsaal bei Rauch nehmen, 1860, 1861 und 1862 errang er mit hervorragenden Leistungen jeweils den ersten Preis in der Modellier- und Kompositionsklasse und wurde auf ein Zeugnis des akademischen Senats hin vom Milit\u00e4rdienst befreit, schon fr\u00fch begann er f\u00fcr die v\u00e4terliche Terrakottenfabrik fig\u00fcrliche Darstellungen zu modellieren, f\u00fcr die er auf Kunstgewerbeausstellungen f\u00fcr industrielle Keramik mehrere Preise erhielt, 1865 lie\u00df er sich nach einer ausgedehnten Deutschland-Reise wieder in Althaldensleben nieder, um im Unternehmen seines Vaters t\u00e4tig zu werden, zahlreiche Entw\u00fcrfe f\u00fcr industrielle Keramik entstanden in dieser Zeit, 1869 war er zwischenzeitlich als Mitarbeiter Gustav Blaesers wieder in Berlin t\u00e4tig, ab 1873 schlossen sich erneut gr\u00f6\u00dfere Reisen zur Weltausstellung nach Wien, durch Deutschland, Griechenland, Italien und die Schweiz an, 1878 besuchte er Paris und nahm 1881 nach einer Rundreise durch die Lombardei, Umbrien, Kalabrien und Sizilien seinen Wohnsitz dauerhaft in Rom, dort betrieb er ein eigenes Atelier in der N\u00e4he des Monte Pincio und geh\u00f6rte seit 1885 dem Deutschen K\u00fcnstlerverein, einem Zusammenschluss deutscher K\u00fcnstler in Rom, an, 1891 siedelte er dauerhaft nach Florenz \u00fcber, 1895 kehrte er nach Deutschland zur\u00fcck und nahm seinen Wohnsitz zun\u00e4chst in M\u00fcnchen, ab 1897 lebte und arbeitete er wieder in Berlin, seine Werke, insbesondere seine Terrakottenskulpturen von K\u00fcnstlern, Dichtern, Musikern und Politikern (u. a. Otto von Bismarck, Helmuth Graf von Moltke) sowie allegorischen Figuren und Genregruppen, \u00fcberzeugten die zeitgen\u00f6ssische Kritik durch Nat\u00fcrlichkeit der Formgebung, vollendete Ausf\u00fchrung und gef\u00e4llige Harmonie, Rudolf Uffrecht war sp\u00e4ter auch als Kopist alter Meisterwerke t\u00e4tig und versuchte sich als Schriftsteller, Dichter, \u00dcbersetzer und Literaturhistoriker,<br \/>\nH\u00f6he 39 cm, Breite 16 cm<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/museumek.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Museum-Europ\u00e4ischer-Keramikkunst-1650.jpg\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/museumek.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Museum-Europ\u00e4ischer-Keramikkunst-1650-124x300.jpg\" alt=\"\" title=\"Museum Europ\u00e4ischer Keramikkunst 1650\" width=\"124\" height=\"300\" class=\"alignnone size-medium wp-image-12191\" srcset=\"http:\/\/museumek.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Museum-Europ\u00e4ischer-Keramikkunst-1650-124x300.jpg 124w, http:\/\/museumek.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Museum-Europ\u00e4ischer-Keramikkunst-1650.jpg 411w\" sizes=\"(max-width: 124px) 100vw, 124px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/museumek.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Z-Uffrecht-Fl\u00f6tenspieler.jpg\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/museumek.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Z-Uffrecht-Fl\u00f6tenspieler.jpg\" alt=\"\" title=\"Z Uffrecht Fl\u00f6tenspieler\" width=\"239\" height=\"213\" class=\"alignnone size-full wp-image-12192\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abteilung Deutschland, Keramik 1860 \u2013 1960, Inventarnummer D\/XXVIII\/1 Siderolith- und Thonwaarenfabrik Jakob Uffrecht &#038; Co. und Nachf. 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