Kurzbiografie und Inventar zum Künstler

F. Gustav Partz wurde 1883 in Waplitz geboren. er starb 1957 in Krefeld oder Darmstadt. F. Gustav Partz war der Sohn des bekannten Naturmalers Carl Partz. Er besuchte die Textilfachschule in Krefeld und studierte an der Düsseldorfer Kunstgewerbeschule. Von 1906 bis 1911 arbeitete er dort wahrscheinlich auch als Lehrer. Peter Behrens war anscheinend einer seiner Lehrer oder Kollegen. Partz arbeitete als Innenarchitekt und Entwerfer. Er schuf einige Entwürfe für die Westerwälder Steinzeugindustrie, diverse Entwürfe für die Villeroy & Boch Fabrik in Dresden sowie viele Entwürfe für die Fabrik von Max Rößler in Rodach. Von 1921 bis 19124 war er Prof. an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Weimar.

Abteilung Deutschland, Keramik 1860 – 1960, Inventarnummer D/XXXVII/58

Thonwaaren – Fabrik Marzi & Remy, Deutschland, Höhr, um 1912, Krug, Künstler F. Gustav Partz, Werks.-Nr. 2238, Exemplar Nr. ohne, gemarkt Firmenmarke als stilisierte Töpfermarke, bestehend aus Mittelachse, daran Antriebstretscheibe, diese immer in einem quadratischen oder trapezförmigen Rahmen, manchmal auch mit M links neben der Mittelachse und R rechts neben der Mittelachse (für Marzi & Remy), Drehscheibe über dem Rahmen, darauf eine Vase, 2238 sowie 1 L über Eichstrich gepresst, nicht signiert, Literatur: Jürgen Erlebach, Jürgen Schimanski, Westerwälder Steinzeug, Die Neue Ära 1900 – 1930, Jugendstil und Werkbund, Seite 72, Marke Nr. 17 identisch, weitere Literatur: Gisela Reineking von Bock, Meister der deutschen Keramik, Seite 329, Marke Nr. 218 identisch (dort noch als unbekannte Marke geführt), weitere Literatur: Jürgen Schimanski, Braun geflammt und grau gesalzen, Seite 203, Beschreibung der Fabrik sowie Marke Nr. 17 identisch sowie Seite 182, Abbildung Nr. 438, identischer Krug mit Werks.-Nr. 2238 und Zuordnung zu Gustav Partz, außerdem dort beschrieben, dass eine eigene Firmenmarke (Anmerkung MEK: die stilisierte Töpfermarke, bestehend aus Mittelachse, daran Antriebstretscheibe, diese immer in einem quadratischen oder trapezförmigen Rahmen) erst Anfang der 1920‘ Jahre eingeführt worden ist und dass Erzeugnisse der früheren Jahre oft mit dem Schriftzug „Gesetzl. Geschützt“ (Anmerkung MEK: richtige Schreibweise des Stempels eigentlich mit Großbuchstaben und nicht wie bei Schimanski klein geschrieben, also GESETZL. GESCHÜTZT) gemarkt sind, dieser Beschreibung stimmt das MEK bezüglich der Firmenmarke nicht zu, das MEK Exemplar D/XXXVII/64 widerlegt diese Aussage, vor, bis um 1900, wurde der M & R. darunter H. in einem Rechteck Stempel verwendet, diesen gibt es auch noch als ausgeschriebene Variante (MARZI & REMY darunter HÖHR.), dann nicht in einem Rechteck, sogar mit dem Zusatzstempel GESETZL. GESCHÜTZT, siehe http://www.steinmarks.co.uk/pages/pv.asp?p=stein164, dort unter Marzi & Remy diese Stempelvariante abgebildet als auch die Stempelvariante des oben genannten MEK Exemplares, M & R. darunter H. steht nicht für Merkelbach & Remy, einer Westerwälder Fabrik, die in der gleichen Zeit produzierte und für die bisher in der Fachliteratur noch keine Firmenmarke nachgewiesen worden ist, weil sich diese Fabrik in Grenzhausen und nicht in Höhr befand, bis 1936 waren die beiden Ortschaften eigenständig und wurden erst am 01.04.1936 zusammen mit der Gemeinde Grenzau zu Höhr-Grenzhausen zusammengeschlossen, die Fabrik wurde 1879 von Anton Marzi und seinem Schwager Simon Peter Remy in Höhr gegründet und firmierte als Thonwaaren – Fabrik Marzi & Remy, ab 1881 wurde eine eigene Zinngießerei angeschafft und ab 1883 neben dem grau – blau salzglasiertem Steinzeug auch Elfenbeinsteinzeug produziert, Simon Peter Remy verstarb 1919 und sein Sohn Werner Remy trat in die Fabrik ein, 1924 verstarb Anton Marzi und sein Schwiegersohn Johann Otto Bühler trat in die Fabrik ein, Werner Remy verließ 1931 die Fabrik, 1941 trat Johann Otto Bühlers Sohn Otto Bühler in die Fabrik ein und 1953 dessen Sohn Otto Georg Bühler, die Fabrik war bis zum Konkurs in den 1990‘ Jahren immer in Familienbesitz, im Zinndeckel Rundstempel mit Adler (?), auf dem Zinndeckel Gravur mit Widmung, Ausführung als Steinzeug grau-blau salzglasiert,
Höhe 18,5 cm, Breite 16 cm (nur die Keramik)