D/CXXIX/3

Abteilung Deutschland, Keramik 1860 – 1960, Inventarnummer D/CXXIX/3

Porzellanmalerei Christoph Krautheim und Nachfolger Porzellanmalerei Krautheim & Adelberg OHG sowie Nachfolger Porzellanfabrik Krautheim & Adelberg und Nachfolger Porzellanfabrik Krautheim & Adelberg GmbH, Deutschland, Nürnberg und Selb, um 1900, Teller, Künstler unbekannt, Werks.-Nr. 5581 (?), Exemplar Nr. ohne, gemarkt Firmenmarke mit Krone, darunter ein geschwungender Rahmen, im Rahmen K & A darunter S. (für Krautheim & Adelberg in Selb) roter Stempel auf Glasur, LHR in einem Kreis (für Porzellanfabrik Lorenz Hutschenreuther AG wobei das schwer zu erkennenden L gegenständig ist) sowie 24 ½ (steht für den Durchmesser des Tellers, siehe MEK Massangabe unten) gepresst, 5581 schwarz auf Glasur gemalt, nicht signiert, Literatur: Gustav Weiß, Ullstein Porzellanbuch, Seite 302, eine der Marken Nr. 9 fast identisch (dort statt der Krone ein Stern, Anmerkung MEK: der Stern wurde wahrscheinlich in den 1890 Jahren durch eine Krone ersetzt und zwar zu dem Zeitpunkt, als die Porzellanmalerei zum Kgl. Bayr. Hoflieferanten ernannt worden ist, die Firmenmarke mit dem Stern würde somit die ältere Marke darstellen) sowie Kurzbeschreibung der Fabrik, weitere Literatur: J. G. Th. Graesse und E. Jaennicke, Führer für Sammler, Porzellan und Fayence, Steinzeug, Steingut usw, Seite 511, Marke Nr. 1 identisch (dort allerdings wieder mit der bereits oben beschriebenen Variante mit dem Stern), weitere Literatur: Emanuel Poche, Porzellan-Marken aus aller Welt, Marke Nr. 1539 fast identisch (dort allerdings wieder mit der bereits oben beschriebenen Variante mit dem Stern), der am 05.11 1854 in Selb, als Sohn des Maurers und Steinhauers Johann Wolfgang Krautheim geborene Johann Christoph Krautheim, begann 1868 eine 6 Jahre dauernde Lehrzeit zur Ausbildung als Porzellanmaler in der 1867 gegründeten Porzellanfabrik Zeidler & Cie. in Plössberg, danach absolvierte er 2 Jahre Militärdienst und wurde dann als Obermaler in der Porzellanmalerei Max Jena in Selb angestellt, 1884 gründet Krautheim in Nürnberg seine eigene Porzellanmalerei, Firmierung Porzellanmalerei Christoph Krautheim, Nürnberg, die Weißware bezieht er wohl von verschiedenen Porzellanfabriken in Selb und Umgebung, bereits 1885 verlegt er den Sitz der Porzellanmalerei nach Selb, seine Weißware bezieht er von den Porzellanfabriken Hutschenreuther, Zeidler und Jäger, Werner & Co., Firmierung Porzellanmalerei Christoph Krautheim, am 01.02.1888 wird Krautheims Erlanger Schwager Richard Adelberg Mitinhaber, es wird eine OHG gegründet, Firmierung Porzellanmalerei Krautheim & Adelberg OHG, die Porzellanmalerei ist in den 1890‘ Jahren eine der größten und bedeutensten in Deutschland und erhält in dieser Zeit den Titel Königlich Bayrischer Hoflieferant, nach 1900 (den genauen Todeszeitpunkt konnte das MEK nicht recherchieren) verstirbt der unverheiratete und kinderlose Richard Adelberg und Christoph Krautheim wird Alleineigentümer, nachdem die Porzellanmalerei über die Jahrzehnte immer mehr ausgebaut wurde, der Bezug von Weißware aber immer schwieriger wurde, unter anderem weil viele Porzellanfabriken die Weißware selbst benötigten, weil sie eigene Abteilungen für die Porzellanmalerei angeschafft hatten, kaufte Krautheim 1911 ein weiteres Grundstück in Selb zu und baut auf diesem eine neue Fabrik um selbst Porzellan zu produzieren, der erste Porzellan Brand erfolgt bereits 1912, Firmierung Porzellanfabrik Krautheim & Adelberg, am 21.03.1921 regelt Krautheim seine erbrechtlichen Angelegenheiten und gründet zusammen mit seinen 6 Kindern bei einem Notariat in Hof die Krautheim & Adelberg GmbH, Firmierung Porzellanfabrik Krautheim & Adelberg GmbH, die Fabrik expandiert weiter und war bis 1933, dem Todesjahr von Christoph Krautheim sehr erfolgreich, nach Christoph Krautheims Tod, übernahm der zweitälteste Sohn Richard Krautheim die Leitung der Fabrik, die Fabrik überstand die Wirren des WK II und ging 1977 in Konkurs, weitere gleiche Teller siehe MEK D/CXXIX/1, D/CXXIX/2 sowie D/CXXIX/4 bis D/CXXIX/6 ,die Weissware wurde von der Porzellanfabrik Lorenz Hutschenreuther bezogen, Durchmesser 24,5 cm