Kurzbiografie und Inventar zum Künstler

Otto Jarl wurde am 10.04.1856 auf Schloss Ekholmen in Schweden geboren. Er starb am 16.11.1915 in Wien. Jarl studierte an der Technischen Schule von Stockholm und an der Kunstakademie in Wien. Er war vorwiegend als Tierbildhauer tätig. Seine Modelle wurden von vielen Manufakturen ausgeführt u. a. auch von der Königlich-Sächsischen Porzellan-Manufaktur Meissen. Er war der Vater der ebenfalls als Tierbildnerin arbeitenden Karl Jarl.

Abteilung Austria/Ungarn/Böhmen, Keramik 1860 – 1960, Inventarnummer A/XXXVII/1

Eduard Eichler, Porzellan-, Majolika-, Fayence- und Terracottafabrik, Böhmen/Austria, Dux/Duchkov, vor 1897, Figur Tiger, Künstler Otto Jarl, Werks.-Nr. 12251, Exemplar Nr. 21 (?), gemarkt keine Firmenmarke, 12251 sowie 21 geritzt, 16 gemalt, Jarl geritzt, signiert Jarl, Literatur: Volker Mölle Riessner, Amphora, Die Porzellan- und Keramikmanufaktur in Nord-Böhmen, Seite 182, Beschreibung der Eichler‘schen Fabriken, vergleiche auch Angebot des französischen Antiquitätenhändlers Fontan Alain Biarritz vom 02.07.2009, dort falsch als Lionne (Löwin) bezeichnet, sowie Angebot des Auktionshauses Banghaus, dort spätere Porzellanausführung der Nachfolgefirma Duxer Porzellanmanufaktur AG, richtig als Tiger bezeichnet, 1853 gründet Anton Gierschick die Duxer Porzellanfabrik, diese wurde 1865 von Eduard Eichler übernommen und firmierte als Eduard Eichler, Porzellan-, Majolika-, Fayence- und Terracottafabrik, Eduard Eichler hatte durch Heirat bereits 1860 die Manufaktur „Palme“ in Scheltau (Selty) übernommen, die 1898 liquidiert wurde und zu der keine Rechercheergebnisse vorliegen, am 01.01.1887 stirbt Eduard Eichler und seine Witwe Amalie sowie die beiden Söhne Anton-Franz und Eduard jr. führen die Duxer Fabrik fort, 1891 wird die Fabrik an den Händler Wilhelm Hans verkauft, Miteigentümer bleibt Anton-Franz Eichler, evtl. ändert sich jetzt der Fabrikname in Royal Dux Austria (Bohemia), 1898 erfolgt eine Umstrukturierung in eine AG mit Sitz in Berlin, die Fabrik firmiert als Duxer Porzellan-Manufaktur AG, vormals Eduard Eichler, Porzellan-, Majolika-, Fayence- und Terracottefabrik, um diese Zeit wurde auch die rosa Dreiecksmarke eingeführt, zuerst mit dem Buchstaben E in der Eichel, ab 1918 in der Regel mit Zusatzmarken oder Worten die auf die Tschechoslowakei hinweisen, so dass man bei einer allein stehenden Dreieckmarke mit dem Buchstaben E und sonst nur werksinternen Pressnummern, davon ausgehen kann, dass diese Keramiken vor 1918 produziert worden sind, nach dem WK II wurde der Buchstabe E durch die Buchstaben D (für Dux) oder M (M ungedeutet) ersetzt, neue Modelle der 1990‘ Jahre dann wieder mit mit dem Buchstaben D aber auf jeden Fall mit dem Copyright Zeichen und Hinweisstempeln auf Tschechien, 1898 kauft die AG die Porzellanfabrik Fasolt & Eichel in Blankenhain/Thürigen (Anteile an dieser Fabrik hatte Sie bereits über Eduard Eichler), die sie 1917 wieder an die Keramischen Werke C. & E. Carstens verkauft, 1918 firmiert die Fabrik als Royal Dux Czechoslowakia, 1938 als Royal Dux Deutschland, 1941 wieder als Duxer Porzellan-Manufaktur AG, 1945 erfolgte die Nationalisierung und Umbennung in Royal Dux-Bohemia, 1948 erfolgte die Verstaatlichung und Vereinigung mit anderen tschechischen Fabriken, in der Literatur werden die Firmierungs und Eigentumsverhältnisse der Eichler’schen Fabriken unterschiedlich dargestellt, Höhe 20,5 cm, Breite 38,5 cm