A/LII/2

Abteilung Austria/Ungarn/Böhmen, Keramik 1860 – 1960, Inventarnummer A/LII/2

K.K. priv. Porzellanfabrik Fischer & Mieg, vormals K. K. priv. Porzellanfabrik Fischer, vormals K. K. priv. Porzellanfabrik Fischer & Reichenbach, vormals Porzellanfabrik Fischer & Reichenbach, vormals Steingutfabrik Höcke & List und Nachfolger Österreichische Porzellanindustrie AG (ÖPIAG) und Nachfolger Erste Böhmische Porzellanindustrie AG (EPIAG), Böhmen/Austria, Pirkenhammer/Březová, um 1930, Zierteller, Künstler unbekannt, Werks.-Nr. ohne, Exemplar Nr. ohne, gemarkt Firmenmarke zwei sich kreuzende Hämmer, am Kreuzungspunkt von einer Krone aus der unten zwei Bänder entspringen überdeckt, links mittig Pirken, rechts mittig hammer, darunter als nach oben offener Halbkreis geschrieben Made in Czechoslovakia sowie 1schwarze Stempel auf zusätzlich angebrachter Papier ähnlicher Masse (evtl. um einen anderen Stempel zu überdecken, nicht signiert, Literatur: Emanuel Poche, Porzellanmarken aus aller Welt, Marke Nr. 1361 ähnlicher Stempel, weitere Literatur: J. G. Th. Graesse und E. Jaennicke, Führer für Sammler von Porzellan und Fayence, Steinzeug, Steingut usw., Seite 417, Kurzbeschreibung der Fabrikhistorie sowie Marke Nr. 11 identisch (dort statt Czechoslovakia Germany), weitere Literatur: Otto Pelka, Keramik der Neuzeit, Markentafel VI, Marke im Markenkasten 107 identisch, Seite 212, Herstellerverzeichnis, Pirkenhammer, Fischer & Mieg sowie EPIAG, Erste Böhmische Porzellanindustrie A.-G. sowie Seite 218, Namenverzeichnis, Fischer & Mieg, M 107, weitere Literatur: Gustav Weiß, Ullstein Porzellanbuch, Seite 296, Marke Nr. 6 identisch (dort statt Czechoslovakia Germany), 1803 gründete der aus dem sächsischen Buttstedt stammenden Kaufmann und Gutsbesitzer Johann Friedrich Höcke wohl zusammen mit Gottlob (evtl. auch Gottlieb) Friedrich List in Pirkenhammer eine Steingutfabrik, die Firmierung lautete wohl Steingutfabrik Höcke & List (evtl auch nur Steingutfabrik Höcke, da List evtl. erst später in die Fabrik eintrat), spätestens 1806 verpachtete Höcke die Fabrik an die beiden Thüringer kaufleute Ferdinand Cranz und Friedrich Brothäuser, die Firmierung blieb wohl gleich, 1807 verstarb Cranz und Brothäuser suchte unter Hinterlassung von Schulden das Weite, Höcke übernahm deshalb selbst wieder die Fabrik, 1811verkaufte Höcke die Fabrik an den Kaufmann Johann Martin Fischer und Christof Reichenbach, wohl beide aus Erfurt stammend, die Firmierung änderte sich in Porzellanfabrik Fischer & Reichenbach, da die Produktion nun aufdie Herstellung von Porzellan umgestellt wurde, am 21.06.1822 erhielt die Fabrik die Landesfabrikbefugnis, Firmierung ab da K. K priv. Porzellanfabrik Fischer & Reichenbach, 1824 verstarb Fischer und seine Witwe Sophie Friedericke Fischer führte die Fabrik zusammen mit Reichenbach bei gleicher Firmierung bis zur Großjährigkeit des Sohnes Johann Christian Gottlieb Fischer fort, dieser trat 1831 in die Fabrik ein, Christian Fischer heiratete 1833 Emma Karoline von Mieg, Tochter des Württembergischen Regierungsrates Friedrich Ludwig von Mieg aus Ludwigsburg, 1845 kaufte Fischer eine Porzellanfabrik in Zwickau, die bis 1895 Bestand hatte, diese firmierte als Porzellanfabrik Christian Fischer, Zwickau, Marke dort auch C. F., 1846 trat Reichenbach wegen Ruhestand aus der Fabrik aus und verkaufte seine Anteile an Christian Fischer, Firmierung ab da K. K. priv. Porzellanfabrik Christian Fischer, Marke ab C. F., 1852 heiratete Fischers Tochter Wilhelmine Fischer ihren Vetter Ludwig von Mieg, dieser wurde Mitbesitzer der Fabrik, Firmierung ab da K. K. priv. Porzellanfabrik Fischer & Mieg, 1853 zog sich Fischer aus dem aktiven Geschäft in Pirkenhammer zurück und konzentrierte sich auf seine Zwickauer Fabrik, die Fabrik war nicht nur eine der größten in Böhmen, sondern produzierte auch eine Porzellanqualität, die mit Sevres konkurrieren konnte, der berühmte Porzellanmaler Johann Zacharias Quast aus Ansbach arbeitete für die Fabrik ebenso der Pariser Maler A. Carrier (von 1868 bis ca. 1905), dem die Fabrik ein eigenes Atelier in Paris einrichtete, später führte die Fabrik dann Entwürfe von Dagobert Peche, Adelbert Niemeyer und Otto Prutscher aus, die Fabrik erhielt auf zahlreichen Weltausstellungen Medaillen, von 1908 – 1918 waren die Brüder William und Viktor Maier Eigentümer der Fabrik, die Firmierung blieb gleich, 1918 war die Fabrik der Österreichischen Porzellanindustrie AG (ÖPIAG) mit Sitz in Karlsbad zugehörig, zugehörig waren außerdem die Porzellanfabriken Oskar & Edgar Gutherz in Altrohlau, Pröschold & Co. in Dallwitz, Springer & Co. in Ellbogen, ab 1920 Änderung ÖPIAG in Erste Böhmische Porzellanindustrie AG (EPIAG), nach 1945 wurde die EPIAG verstaatlicht, Durchmesser 25 cm