N/I/4

Abteilung Niederlande, Keramik 1860 – 1960, Inventarnummer N/I/4

Haagsche Plateelbakkerij Rozenburg, später Königliche Porzellan- und Faiencefabrik Rozenburg, Niederlande, Den Haag, 1914, Vase mit Vogel inmitten von Blumen, Künstler unbekannt, Werks.-Nr. 300 (Auftragsnummer), Exemplar Nr. ohne, gemarkt Firmenmarke mit Krone, Rozenburg, Storch, den Haag schwarz unter Glasur gemalt, Fenster schwarz unter Glasur gemalt, Jahreszeichen Mond für 1914 schwarz unter Glasur gemalt, WS5G in die Glasur gemalt, Literatur: Edgar Pelichet, Jugendstilkeramik, Seite 186 Marke und Jahreszeichenerklärung, weitere Literatur: Gisela Reineking von Bock und Carl-Wolfgang Schümann, Kunstgewerbemuseum der Stadt Köln, Sammlung Gertrud und Dr. Karl Funke-Kaiser, Keramik vom Historismus bis zur Gegenwart, Seite 399, Marke Bildtafel 65 identisch, siehe auch Auktionshaus Quittenbaum, München, Jubiläumsauktion 1998 – 2008, vom 29.04.2008, Lot Nr. 767, ähnliche Vase mit fast identischem Dekor, Ausführung als Fayence, der deutsche ehemaliger Kavallerieoffizier, Freiherr Wolf von Gudenberg, der in Delft als Porzellanmaler gearbeitet hatte, beschloss 1883 auf eigene Rechnung ‚Holländisches Delft’ herzustellen, ein Steingut, das seit circa Mitte des 17. Jahrhunderts hauptsächlich in dieser Stadt erzeugt und mit typischer Blau-Weiß Malerei verziert wurde. Er errichtete einen Betrieb in einem Landhaus in den Haag, das sich ‚Rozenburg nannte. Diesen Namen übernahm die Manufaktur. Die produzierte Fayence war nicht ertragreich. 1895 übernahm J. Jurrian Kok, die künstlerische Leitung der Manufaktur. Kok, entwickelte feines, durchsichtiges Porzellan, das Eierschalenporzellan. Von diesem Porzellan gingen circa 315 Modelle in Serienfertigung Seit 1890 wurde die Marke Rozenburg den Haag als Manufakturmarke verwendet, 1892 kam der Storch hinzu, seit der Pariser Weltausstellung 1900 in Anerkennung des großen Erfolgs gehörte die Krone mit zur Bezeichnung. Königin Wilhelmina verlieh der Manufaktur den Namen Königliche Porzellan- und Faiencefabrik Rozenburg. Als Jahreszeichen dienten Buchstaben, seit circa 1899 wurden bildliche Zeichen eingeführt, zum Beispiel Bienen, Anker oder Laternen. 1917 wurde die Manufaktur geschlossen. Höhe 13,5 cm, Breite 10 cm